Sturzflut in Nepal: Vermisste Schweizerin ist gerettet

Gute Nachricht inmitten der verheerenden Flutkatastrophe im Himalaya: Eine Schweizerin, zu der nach der Sturzflut in Nepal zunächst kein Kontakt hergestellt werden konnte, ist gerettet worden. Zuvor hatte die nepalesische Tourismusbehörde eine Person mit Schweizer Staatsbürgerschaft auf ihrer Vermisstenliste geführt. Während für die Schweizerin Entwarnung gegeben werden konnte, bleibt die Lage in Nepal und Tibet dramatisch: Mehr als 1’300 Menschen werden weiterhin vermisst.

Am Donnerstagmittag hatte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigt, dass zu einer Schweizer Staatsangehörigen kein Kontakt hergestellt werden konnte. Die Schweizer Vertretungen in Kathmandu und Peking waren daraufhin in die Abklärungen eingebunden worden.

Die nepalesische Tourismusbehörde hatte die Schweizer Staatsangehörige zuvor unter Hunderten Reisenden geführt, deren Aufenthaltsort nach der Katastrophe zunächst unbekannt war. Inzwischen konnte die Frau gerettet werden. Weitere Einzelheiten zu ihrem Aufenthaltsort oder den Umständen der Rettung wurden zunächst nicht bekanntgegeben.

Mehr als 1’300 Menschen weiterhin vermisst

Für viele andere Familien geht das bange Warten dagegen weiter. Nach aktuellen Behördenangaben werden in Nepal und im chinesischen Tibet noch mehr als 1’300 Menschen vermisst. Unter ihnen befinden sich zahlreiche ausländische Touristinnen und Touristen sowie Pilgerreisende.

Das Nepal Tourism Board führte am Donnerstagmittag allein 644 Touristinnen, Touristen und Reisende als nicht erreichbar. 517 davon waren ausländische Staatsangehörige aus mehr als 30 Ländern. Die Zahlen verändern sich laufend, weil abgeschnittene Kommunikationsverbindungen eine zuverlässige Erfassung erschweren und einige zunächst Vermisste nach und nach gefunden werden.

Mindestens 362 Todesopfer

Auch die Zahl der Todesopfer ist im Verlauf des Donnerstags stark gestiegen. Nach jüngsten Angaben kamen in Nepal mindestens 359 Menschen ums Leben. Auf der chinesischen Seite der Grenze wurden weitere Todesfälle gemeldet, womit die Gesamtzahl bei mindestens 362 liegt.

Die Sturzflut traf am Mittwoch die Gebirgsregion entlang des Bhote Koshi und des Trishuli mit enormer Wucht. Ganze Siedlungen wurden von Wasser, Schlamm, Felsen und Geröll erfasst. Strassen und Brücken wurden zerstört, wodurch zahlreiche Orte nur noch aus der Luft erreichbar sind.

Ursache wird weiter untersucht

Nach ersten Analysen könnte ein gewaltiger Abbruch von Eis und Fels im Hochgebirge die Katastrophe ausgelöst haben. Satellitendaten deuten darauf hin, dass die Massen einen Zufluss zunächst blockierten. Hinter dieser natürlichen Barriere konnte sich Wasser aufstauen, bevor es sich schlagartig talwärts ergoss.

Rettungskräfte suchen mit Helikoptern, Drohnen und Tausenden Einsatzkräften weiter nach Überlebenden. Gleichzeitig besteht die Sorge vor weiteren Überschwemmungen, weil sich durch Erdrutsche erneut Wasser aufstauen könnte.

Schweiz stellt eine Million Dollar bereit

Auch die Schweiz beteiligt sich an der internationalen Hilfe. Der Bund stellt rund eine Million US-Dollar für humanitäre Massnahmen bereit. Das Geld soll unter anderem für Trinkwasser, Notunterkünfte, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung eingesetzt werden.

Für die Angehörigen der zunächst vermissten Schweizerin endet die Ungewissheit damit positiv. Für mehr als tausend andere Familien bleibt jedoch die Hoffnung, dass die laufenden Rettungsaktionen im schwer verwüsteten Himalaya noch weitere Menschen lebend erreichen können.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Titelbild: KI-Bild