Der Herbst und seine Tücken: Warum draussen jetzt mehr Vorsicht nötig ist
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag familie.ch Herbst Jahreszeiten Magazine Mobilität nachrichtenticker.ch Natur & Naturereignisse Natur & Umwelt News Orte Reisen & Ausflüge Schweiz Sicherheit sicherheit.ch Themen Verbreitung Verkehr wetter24.ch Wetterbericht Wettereinsätze
Bunte Wälder, milde Nachmittage und klare Luft machen den Herbst zu einer attraktiven Jahreszeit für Aktivitäten im Freien. Gleichzeitig entstehen aber Risiken, die leicht unterschätzt werden: nasses Laub macht Wege rutschig, Nebel verschlechtert die Sicht, die Temperaturen fallen nach Sonnenuntergang schnell und erste Reifglätte kann bereits vor dem Winter auftreten. Wer zu Fuss, mit dem Velo oder in der Natur unterwegs ist, sollte deshalb seine Gewohnheiten an die Jahreszeit anpassen.
Besonders tückisch ist der schnelle Wechsel der Bedingungen. Ein trockener Weg am Nachmittag kann nach Sonnenuntergang feucht und rutschig werden, während in Senken bereits Nebel aufzieht. In höheren Lagen können die Temperaturen nachts zudem bis in die Nähe des Gefrierpunkts fallen. Dadurch kann sich Reif bilden, obwohl der Tag zuvor noch ausgesprochen mild war.
Viele dieser Gefahren sind nicht spektakulär, führen aber gerade deshalb zu Überraschungen. Eine dünne Schicht nasser Blätter auf einer Treppe, ein glitschiger Holzsteg oder eine schlecht sichtbare Wurzel reichen für einen Sturz. Auch Nebel, nasse Strassen und die frühe Dunkelheit gehören zu den typischen Sicherheitsrisiken des Schweizer Herbstes.
Nasses Laub kann Wege überraschend glatt machen
Herbstlaub gehört zu den auffälligsten Veränderungen in der Natur. Auf Wegen kann die farbige Schicht aber zum Problem werden.
Trockene Blätter sind meist harmlos. Werden sie durch Regen, Tau oder Nebel nass, entsteht zwischen Schuhsohle und Untergrund eine glatte Schicht. Besonders auf Steinplatten, Treppen, Metallflächen, Holzstegen und abschüssigen Waldwegen kann die Rutschgefahr erheblich steigen.
Zusätzlich verdeckt Laub Unebenheiten, Schlaglöcher, Steine und Wurzeln.
Wer wandert oder spaziert, sollte deshalb auf feuchtem Laub das Tempo reduzieren und Schuhe mit einem griffigen Profil tragen.
Nebel verändert die Situation innerhalb kurzer Zeit
Nebel ist im Schweizer Herbst besonders in Niederungen, entlang von Flüssen und Seen sowie im Mittelland häufig.
MeteoSchweiz erklärt die zunehmende Nebelneigung unter anderem mit den längeren Nächten. Der Boden kann stärker auskühlen, wodurch die Luft in Bodennähe den Taupunkt erreicht und Feuchtigkeit kondensiert.
Für Menschen im Freien bedeutet das nicht nur schlechtere Aussicht.
Velofahrer, Jogger und Fussgänger werden bei Nebel von anderen Verkehrsteilnehmern später erkannt. Helle oder reflektierende Kleidung kann deshalb besonders am frühen Morgen und am Abend sinnvoll sein.
Auch auf Wanderwegen kann dichter Nebel die Orientierung erschweren.
Erste Glätte beginnt nicht erst im Winter
Ein häufiger Irrtum ist, Glätte ausschliesslich mit Schnee und Winter zu verbinden.
Schon im Herbst können klare Nächte den Boden stark auskühlen. Liegt die Temperatur an der Oberfläche bei oder unter dem Gefrierpunkt, kann vorhandene Feuchtigkeit gefrieren oder sich Reif bilden.
Besonders anfällig sind schattige Stellen, Brücken, Holzstege und Bereiche, die morgens kaum Sonne erhalten.
Wir warnen bei entsprechender Wetterlage ausdrücklich vor Strassenglätte. Für Fussgänger und Wanderer gilt dasselbe Prinzip: Eine Oberfläche kann bereits glatt sein, obwohl die gemessene Lufttemperatur noch leicht über null Grad liegt.
Milde Nachmittage können täuschen
Der Herbst ist zudem die Jahreszeit grosser Temperaturunterschiede.
Nach einem kalten Morgen können die Temperaturen an sonnigen Tagen nochmals deutlich steigen. Sobald die Sonne verschwindet, kühlt es jedoch rasch wieder ab.
Wer am Nachmittag bei angenehmen Temperaturen zu einer längeren Wanderung oder Velotour aufbricht, kann deshalb am Abend mit völlig anderen Bedingungen konfrontiert werden.
Mehrere dünne Kleidungsschichten sind praktischer als eine einzige schwere Jacke. Eine leichte wind- und regendichte Aussenschicht gehört bei längeren Touren ebenfalls ins Gepäck.
Frühe Dunkelheit wird schnell unterschätzt
Mit fortschreitendem Herbst wird es jeden Tag früher dunkel.
Das ist vor allem bei Wanderungen und längeren Spaziergängen relevant. Eine Route, die im Sommer problemlos nach Feierabend möglich war, kann im Oktober bereits während des Rückwegs in der Dunkelheit enden.
Im Wald setzt die gefühlte Dunkelheit durch die Bäume oft noch früher ein.
Eine kleine Stirn- oder Taschenlampe benötigt kaum Platz und kann bei einem unerwartet langen Rückweg entscheidend sein. Gleichzeitig sollte die geplante Route so gewählt werden, dass genügend Reserve bis zum Sonnenuntergang bleibt.
Wind macht Wälder zusätzlich anspruchsvoll
Auch Wind verdient im Herbst besondere Aufmerksamkeit.
Stärkere Böen können Äste abbrechen oder bereits geschwächte Baumteile zu Fall bringen. Das gilt nicht nur während eines Sturms.
Trockenstress, Krankheiten und frühere Unwetter können Bäume so schwächen, dass einzelne Äste später abbrechen. Die Suva weist darauf hin, dass sogenannte Spontanabbrüche selbst bei gesund wirkenden Bäumen möglich sind.
Bei angekündigtem starkem Wind sollte deshalb auf Aufenthalte unter grossen Bäumen oder längere Waldtouren verzichtet werden.
Feuchtigkeit verstärkt die Kälte
Auch Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt können unangenehm werden.
Wer bei zehn Grad trocken unterwegs ist, empfindet die Bedingungen völlig anders als bei zehn Grad mit Regen und Wind. Feuchte Kleidung verliert einen Teil ihrer isolierenden Wirkung, während Wind die Auskühlung beschleunigt.
Besonders bei längeren Wanderungen, beim Angeln, auf dem Velo oder bei Arbeiten im Freien sollte deshalb nicht nur auf die Temperatur geschaut werden.
Wind, Niederschlag und Aufenthaltsdauer sind ebenso wichtig.
Schöne Aussichten. Sicherer Rückweg.
Eine kurze Vorbereitung verhindert viele Probleme
Der Herbst ist keine Jahreszeit, in der Aktivitäten im Freien grundsätzlich gefährlich werden. Entscheidend ist vielmehr, dass sich die Bedingungen stärker und schneller verändern können als im Hochsommer.
Vor einem längeren Aufenthalt draussen lohnt deshalb ein kurzer Blick auf Wetterprognose, Niederschlag, Wind und Temperaturentwicklung.
Dazu kommen passende Schuhe, eine zusätzliche Kleidungsschicht und bei Touren bis in den Abend eine Lampe.
Wer diese einfachen Punkte berücksichtigt, kann Spaziergänge, Wanderungen und andere Aktivitäten auch im Herbst sicher geniessen – gerade dann, wenn sich die Landschaft von ihrer schönsten Seite zeigt.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert