Rutschgefahr im Herbst: Warum nasses Laub auf Schweizer Strassen gefährlich wird
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag Auto Draussen Familie familie.ch Herbst Magazine Mobilität motor.ch Motorrad motortipps.ch nachrichtenticker.ch Natur & Naturereignisse News Orte Prävention Schweiz Sicherheit sicherheit.ch Themen Tipps Verbreitung Verkehr wetter24.ch
Im Herbst können selbst vertraute Strassen plötzlich gefährlich werden. Nasses Laub bildet auf Asphalt, Velowegen und Trottoirs eine rutschige Schicht, die den Bremsweg verlängern und die Bodenhaftung deutlich reduzieren kann. Besonders in Kurven, auf Gefällstrecken und unter Bäumen ist Vorsicht geboten. Mit einer angepassten Fahrweise lassen sich viele gefährliche Situationen vermeiden.
Nach Regen oder in feuchten Herbstnächten sammeln sich Blätter auf der Fahrbahn. Werden sie von Fahrzeugen zusammengepresst, entsteht eine glatte Oberfläche. Besonders Motorrad- und Velofahrer können beim Bremsen oder Einlenken die Kontrolle verlieren. Auch Autofahrer müssen damit rechnen, dass ihre Reifen auf laubbedeckten Abschnitten weniger zuverlässig greifen.
In der Schweiz betrifft diese Gefahr vor allem bewaldete Kantonsstrassen, Quartierstrassen, Schulwege und wenig befahrene Nebenstrecken. Besonders tückisch sind schattige Abschnitte, auf denen die Feuchtigkeit lange bestehen bleibt. Neben einer angepassten Geschwindigkeit helfen grössere Sicherheitsabstände und vorausschauendes Fahren, Unfälle zu verhindern.
Warum nasses Laub so gefährlich wird
Einzelne trockene Blätter auf der Fahrbahn sind normalerweise weniger problematisch als zusammengepresste, feuchte Laubschichten.
Wenn Regenwasser und Laub zusammentreffen, kann die Reibung zwischen Reifen und Strassenbelag erheblich abnehmen.
Besonders kritisch wird dies beim Bremsen, Beschleunigen und in Kurven. Ein Fahrzeug kann schneller die Haftungsgrenze erreichen, als es der Fahrer erwartet.
Wie stark die Bodenhaftung tatsächlich sinkt, hängt unter anderem von der Feuchtigkeit, der Laubmenge, dem Reifen und dem Untergrund ab. Ein allgemein gültiger zusätzlicher Bremsweg lässt sich deshalb nicht angeben.
Besondere Vorsicht auf Waldstrassen
In der Schweiz führen zahlreiche Kantons- und Gemeindestrassen durch bewaldetes Gebiet. Dort können sich innerhalb weniger Stunden grössere Laubmengen ansammeln.
Besonders gefährlich sind unübersichtliche Kurven, abschüssige Strassen und schattige Passagen.
Hinzu kommt, dass Blätter Schlaglöcher, Randsteine oder andere Unebenheiten verdecken können.
Wer eine solche Stelle erkennt, sollte die Geschwindigkeit möglichst bereits davor reduzieren und abrupte Lenkbewegungen vermeiden.
Autofahrer sollten früher bremsen
Für Autofahrer ist eine defensive Fahrweise die wichtigste Schutzmassnahme.
Bei Laub auf der Fahrbahn sollte das Tempo reduziert und der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug vergrössert werden.
Besonders wichtig ist, vor Kurven ausreichend abzubremsen. Starkes Bremsen während des Einlenkens kann die Haftungsreserven zusätzlich beanspruchen.
Auch moderne Assistenzsysteme wie ABS und ESP können die physikalischen Grenzen der Reifenhaftung nicht aufheben.
Gute Reifen mit ausreichendem Profil und korrektem Luftdruck sind deshalb gerade im Herbst wichtig.
Motorräder und Velos besonders gefährdet
Für Zweiradfahrer können laubbedeckte Strassen besonders kritisch sein. Schon ein kurzfristiger Haftungsverlust kann einen Sturz verursachen.
Motorradfahrer sollten auf rutschigen Abschnitten möglichst wenig Schräglage benötigen und starke Brems- oder Beschleunigungsmanöver vermeiden.
Velofahrer müssen insbesondere bei Kurven, Einmündungen und abschüssigen Wegen aufmerksam bleiben.
Vorsicht gilt auch auf Laubflächen, unter denen sich nasse Fahrbahnmarkierungen oder glatte Metallabdeckungen befinden.
Wer eine stark verschmutzte Stelle nicht sicher passieren kann, sollte sie nach Möglichkeit umfahren oder das Velo schieben.
Auch Fussgänger können stürzen
Die Gefahr beschränkt sich nicht auf den motorisierten Verkehr.
Nasses Laub auf Treppen, Gehwegen und gepflasterten Flächen kann ausgesprochen rutschig sein.
Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit.
Rutschhemmende Schuhe und vorsichtiges Gehen bieten zusätzlichen Schutz. Laubbedeckte Stufen sollten möglichst nicht hastig betreten werden.
Auf privaten Zugangswegen empfiehlt es sich, grössere Laubansammlungen regelmässig zu entfernen.
Regen, Nebel und Dunkelheit verstärken die Gefahr
Laub ist selten das einzige Problem auf herbstlichen Strassen.
Feuchte Fahrbahnen, schlechte Sicht und die früh einsetzende Dunkelheit können gleichzeitig auftreten.
Gerade im Oktober wechseln die Bedingungen häufig innerhalb einer kurzen Strecke. Während ein sonniger Strassenabschnitt bereits trocken ist, kann die nächste Waldkurve noch nass sein.
Auch der sichere Umgang mit Nebel, Nässe und früher Dunkelheit gehört deshalb zur Vorbereitung auf herbstliche Fahrten.
Wann muss Laub entfernt werden?
Auf öffentlichen Strassen sind je nach Zuständigkeit Gemeinden, Kantone oder andere Strasseneigentümer für den Unterhalt verantwortlich.
Laub wird insbesondere dort zum Problem, wo sich grosse Mengen ansammeln, Entwässerungsanlagen verstopfen oder gefährliche Rutschflächen entstehen.
Auf privaten Grundstücken sollten Eigentümer und Verantwortliche die Zugänge regelmässig kontrollieren.
Wer eine gefährliche Laubansammlung auf einer öffentlichen Strasse entdeckt, kann die zuständige Gemeinde oder den Strassenunterhaltsdienst darauf aufmerksam machen.
Entscheidend bleibt jedoch das Verhalten jedes Einzelnen: Geschwindigkeit und Aufmerksamkeit müssen stets zu den tatsächlichen Strassenverhältnissen passen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert