Gewitter in Zürich: 27 SWISS-Flüge gestrichen

Heftige Gewitter haben den Flugbetrieb am Flughafen Zürich am Freitag massiv beeinträchtigt. SWISS musste bis am frühen Nachmittag 27 Flüge von und nach Zürich streichen. Rund 3’100 Passagiere sind davon betroffen. Auch zahlreiche weitere Verbindungen starteten oder landeten mit erheblichen Verspätungen von teilweise bis zu drei Stunden.

Grund für die Probleme sind kräftige Gewitterzellen, die am 28. August wiederholt über die Schweiz und insbesondere die Region Zürich gezogen sind. In der Nähe des Flughafens wurden mehrfach Blitzeinschläge registriert.

Für den Flughafenbetrieb hat dies unmittelbare Folgen. Bei gefährlicher Blitzaktivität muss die Arbeit auf dem Vorfeld aus Sicherheitsgründen zeitweise eingestellt werden. SWISS spricht dabei von einem sogenannten «Handling-Stopp».

Blitze legen die Abfertigung zeitweise lahm

Während eines solchen Handling-Stopps müssen Mitarbeitende das Vorfeld verlassen und Abstand von Flugzeugen sowie anderen metallischen Einrichtungen halten. Maschinen können in dieser Zeit weder be- und entladen noch betankt oder für ihren nächsten Einsatz vorbereitet werden.

Damit kommt ein wesentlicher Teil des Bodenbetriebs praktisch zum Stillstand. Selbst wenn ein Gewitter nur für vergleichsweise kurze Zeit zu einer Unterbrechung führt, können sich die Auswirkungen anschliessend über Stunden durch den Flugplan ziehen.

Verspätete Maschinen stehen für nachfolgende Umläufe später zur Verfügung, Crews erreichen ihre nächsten Einsätze nicht rechtzeitig und Anschlussverbindungen können verpasst werden. Dadurch kann aus einem kurzen wetterbedingten Unterbruch eine längere Kettenreaktion entstehen.

Die Gewitter trafen am Freitag nicht nur den Flughafen. In mehreren Regionen der Schweiz kam es zu Hagel, Sturm und Schäden. Einen Überblick über die heftigen Unwetter mit Hagel, Überflutungen und Sturmschäden in der Schweiz gibt auch Polizei.news.

Weitere Flugausfälle waren nicht ausgeschlossen

SWISS erklärte am frühen Nachmittag, dass je nach weiterer Entwicklung der Wetterlage zusätzliche Verbindungen gestrichen werden könnten. Für Reisende bedeutet dies, dass der aktuelle Flugstatus vor der Fahrt zum Flughafen unbedingt geprüft werden sollte.

Bei einer kurzfristigen Annullierung informiert SWISS betroffene Passagiere nach eigenen Angaben per E-Mail, SMS oder über die SWISS-App und nimmt wenn möglich automatisch eine kostenlose Umbuchung auf einen alternativen Flug vor.

Bei wetterbedingten Flugausfällen haben Passagiere nach den in der Schweiz geltenden Fluggastrechten grundsätzlich Anspruch auf Unterstützung. Bei einer Annullierung können sie zwischen einer Rückerstattung des nicht genutzten Tickets und einer alternativen Beförderung wählen. Je nach Wartezeit gehören auch Verpflegung und nötigenfalls eine Hotelübernachtung zu den Betreuungsleistungen.

Eine pauschale Ausgleichszahlung ist dagegen nicht automatisch geschuldet. Kann eine Fluggesellschaft belegen, dass die Annullierung aufgrund aussergewöhnlicher Umstände wie gefährlicher Wetterbedingungen unvermeidbar war, kann der Anspruch auf eine solche Entschädigung entfallen.

3’100 Passagiere betroffen

Für SWISS bedeutete das Unwetter am Freitag dennoch einen erheblichen Einschnitt in den Tagesbetrieb. 27 gestrichene Verbindungen und rund 3’100 betroffene Reisende zeigen, wie schnell eine Gewitterfront an einem internationalen Drehkreuz weitreichende Folgen auslösen kann.

Besonders problematisch sind dabei Blitze in unmittelbarer Flughafennähe. Die Flugzeuge selbst sind zwar für den Betrieb bei unterschiedlichsten Wetterbedingungen ausgelegt. Entscheidend ist jedoch auch die Sicherheit der Menschen, die auf dem offenen Vorfeld mit den Maschinen arbeiten.

Bis sich der Betrieb nach mehreren Unterbrechungen wieder vollständig stabilisiert, können deshalb auch nach dem eigentlichen Gewitter noch Verspätungen auftreten.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Titelbild – KI-Bild