Winter 2026/27: Die ersten Prognosen deuten auf einen milden Winter hin

Wie kalt wird der kommende Winter in der Schweiz? Gibt es endlich wieder ausgiebige Schneefälle bis ins Mittelland oder setzt sich die Serie milder Winter fort? Die neuesten saisonalen Wettermodelle vom Oktober 2026 liefern erste Hinweise. Für weite Teile Europas zeichnet sich eine Tendenz zu überdurchschnittlichen Temperaturen ab. In der Schweiz könnte der Winter 2026/27 deshalb insgesamt eher mild ausfallen – kräftige Kälteeinbrüche und ergiebige Schneefälle bleiben dennoch möglich.

Der europäische Klimadienst Copernicus hat seine aktuellen Saisonprognosen am 10. Oktober veröffentlicht. Die verschiedenen Wettermodelle bevorzugen für grosse Teile Europas überdurchschnittliche Temperaturen. Auch bei den Niederschlägen gibt es in zahlreichen Regionen Hinweise auf überdurchschnittliche Mengen. Daraus lässt sich allerdings noch nicht ableiten, ob die Schweiz einen schneereichen oder schneearmen Winter erlebt.

Besonders interessant ist diese Entwicklung für das Schweizer Mittelland und die Alpen. Während in Zürich, Bern oder Basel schon wenige Grad über Schnee oder Regen entscheiden können, bleiben höhere Bergregionen auch während milder Wetterphasen winterlich. Für Skigebiete in Graubünden, im Wallis und im Berner Oberland wird entscheidend sein, wann die Niederschläge eintreffen und wie hoch die Schneefallgrenze liegt.

WETTER24.CH INFORMIERT
Das Wichtigste auf einen Blick
Wintertemperaturen: Saisonmodelle bevorzugen für Europa einen insgesamt überdurchschnittlich warmen Winter.
Niederschläge: In weiten Teilen Europas zeigen sich Signale für überdurchschnittliche Mengen, regional mit erheblichen Unsicherheiten.
Schnee im Mittelland: Längere Schneeperioden sind noch nicht zuverlässig vorhersehbar.
Alpen: Auch bei mildem Wintermittel sind intensive Schneefälle möglich.
El Niño: Ein starkes bis sehr starkes Ereignis dürfte den Winter 2026/27 begleiten.
Was das bedeutet
Die mildere Temperaturtendenz ist noch keine konkrete Wettervorhersage für einzelne Schweizer Orte. Entscheidend werden die tatsächlichen Grosswetterlagen im Dezember, Januar und Februar sein. Die nächsten monatlichen Saisonprognosen können das Bild weiter präzisieren.

Was die europäischen Wettermodelle zeigen

Saisonale Wetterprognosen funktionieren anders als gewöhnliche Vorhersagen für die nächsten Tage.

Sie berechnen nicht das Wetter an einem bestimmten Datum, sondern untersuchen die Wahrscheinlichkeit von wärmeren, kälteren, trockeneren oder nasseren Zeiträumen.

Die aktuellen Copernicus-Modelle zeigen für Europa im Dezember 2026 sowie im Januar und Februar 2027 überwiegend positive Temperaturabweichungen.

Die Modellmittel sprechen damit für einen eher milden Winter. Allerdings ist die Aussagekraft solcher Prognosen für Mitteleuropa begrenzt.

Einzelne Kaltluftvorstösse können auch während eines insgesamt überdurchschnittlich warmen Winters auftreten.

Kommt der Schnee bis ins Schweizer Mittelland?

Für viele Menschen ist das die wichtigste Frage.

Ob es in Zürich, Basel, Bern oder St. Gallen schneit, hängt stark von der Temperatur während einzelner Niederschlagsereignisse ab.

Schon geringe Unterschiede können darüber entscheiden, ob Schneeflocken liegen bleiben oder als Regen den Boden erreichen.

Besonders wichtig ist dabei die Entwicklung der Schneefallgrenze in der Schweiz, die sich bei Wetterwechseln innerhalb weniger Stunden deutlich verändern kann.

Eine konkrete Prognose für Schneetage im Mittelland ist Mitte Oktober noch nicht möglich.

Alpen könnten von kräftigen Schneefällen profitieren

Für die Schweizer Skigebiete fällt die Ausgangslage differenzierter aus.

Selbst bei einer insgesamt milden Wintersaison können einzelne Nordwest- oder Westlagen ergiebige Schneefälle bringen.

Besonders in höheren Lagen von Graubünden, im Wallis und im Berner Oberland können sich grössere Schneemengen ansammeln, sofern die Niederschläge bei ausreichend tiefen Temperaturen fallen.

Ein überdurchschnittlich feuchter Winter bedeutet deshalb nicht automatisch einen schneereichen Winter.

Fällt ein grosser Teil des Niederschlags bei hoher Schneefallgrenze, profitieren tief gelegene Skigebiete kaum davon.

El Niño könnte den Winter beeinflussen

Eine besondere Rolle spielt derzeit die Entwicklung im tropischen Pazifik.

Dort hat sich ein starkes El-Niño-Ereignis entwickelt. Die amerikanische Wetterbehörde NOAA erwartet, dass es bis weit in den Winter 2026/27 anhält.

Bei El Niño erwärmt sich das Oberflächenwasser in Teilen des äquatorialen Pazifiks deutlich über den langjährigen Durchschnitt.

Diese Veränderungen beeinflussen atmosphärische Strömungen und Niederschlagsmuster weltweit.

Für Europa ist der Zusammenhang allerdings kompliziert. El Niño liefert keine direkte Aussage darüber, ob es in der Schweiz einen kalten oder schneereichen Winter geben wird.

Warum ein milder Winter trotzdem kalt werden kann

Die mittlere Wintertemperatur sagt wenig über einzelne extreme Wetterphasen aus.

Ein milder Dezember und Februar können beispielsweise einen kalten Januar statistisch überlagern.

Auch länger anhaltende Hochdruckgebiete können starke Temperaturunterschiede verursachen.

Während auf den Bergen sonniges und relativ mildes Wetter herrscht, kann sich im Mittelland unter einer Hochnebeldecke kalte Luft halten.

Umgekehrt können kräftige Nordströmungen innerhalb kurzer Zeit Schnee und Frost bis in die Niederungen bringen.

Wann wird die Winterprognose zuverlässiger?

Die Saisonmodelle werden monatlich aktualisiert. Mit fortschreitendem Herbst lassen sich mögliche grossräumige Temperatur- und Niederschlagstendenzen neu beurteilen.

Ob es an Weihnachten schneit oder die Skigebiete zum Jahreswechsel ausreichend Naturschnee haben, lässt sich daraus jedoch noch nicht seriös ableiten.

Für konkrete Wetterereignisse bleiben kurzfristige und mittelfristige Prognosen wesentlich aussagekräftiger.

Fest steht derzeit nur die grobe Tendenz: Ein insgesamt milder Winter erscheint nach den aktuellen europäischen Saisonmodellen plausibel. Wie viel Schnee tatsächlich fällt, bleibt offen.

AKTUELLER STAND
Winter 2026/27 – Erste Wettertendenzen
15. Oktober 2026 · Saisonprognosen für Dezember bis Februar
Bereich Aktuelle Tendenz
Europa Überdurchschnittlich warme Wintermonate bevorzugt
Schweiz gesamt Eher milde Tendenz, geringe regionale Prognosesicherheit
Schnee im Mittelland Noch keine belastbare saisonale Aussage
Schnee in den Alpen Stark abhängig von Niederschlag und Schneefallgrenze
Niederschlag Europaweit oft feuchteres Signal, regional unsicher
El Niño Starkes bis sehr starkes Ereignis erwartet
Nächste Prognose Copernicus-Saisonaktualisierung am 10. November 2026

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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