Wenn das Wetter den Flugverkehr ausbremst
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Nebel, Schnee, Gewitter und starker Wind können den Flugverkehr erheblich beeinflussen. Selbst moderne Verkehrsflugzeuge sind auf geeignete Wetterbedingungen angewiesen, während Flughäfen ihre Betriebsabläufe laufend anpassen müssen. Besonders an den Flughäfen Zürich, Genf und Basel können ungünstige Wetterlagen Verspätungen, Flugumleitungen und Annullierungen auslösen.
Dabei ist nicht jede Wetterlage gleich problematisch. Während Flugzeuge dank moderner Instrumentenlandesysteme auch bei dichtem Nebel landen können, führen Gewitter mitunter zu einem vollständigen Unterbruch der Bodenabfertigung. Im Winter beanspruchen Schneeräumung und Flugzeugenteisung zusätzliche Zeit.
Für Reisende sind die Auswirkungen häufig erst an den Anzeigetafeln sichtbar. Hinter den Kulissen überwachen Wetterdienste, Flugsicherung und Flughafenpersonal die Entwicklung jedoch laufend. Am Flughafen Zürich liefert MeteoSchweiz rund um die Uhr wichtige Messdaten und kurzfristige Prognosen für einen sicheren Flugbetrieb.
Warum das Wetter im Flugverkehr so entscheidend ist
Ein Verkehrsflugzeug kann mit vielen Wettererscheinungen sicher umgehen. Entscheidend ist jedoch, dass die vorgeschriebenen Betriebsgrenzen eingehalten werden.
Piloten berücksichtigen deshalb bereits vor dem Abflug die Windverhältnisse, Sichtweiten, Wolkenuntergrenzen, Gewitterzonen und möglichen Vereisungsbedingungen.
Auch die Flughafeninfrastruktur muss zur jeweiligen Wetterlage passen. Start- und Landebahnen benötigen geeignete Oberflächenverhältnisse, während Flugsicherung und Bodenpersonal ihre Arbeitsabläufe anpassen.
Nebel: Landungen trotz schlechter Sicht
Nebel tritt besonders während der Herbst- und Wintermonate auf. In der Schweiz können Hochdrucklagen mit wenig Wind die Bildung ausgedehnter Nebelfelder begünstigen.
Moderne Instrumentenlandesysteme unterstützen Flugzeuge auch bei stark eingeschränkter Sicht. Unter entsprechenden Voraussetzungen sind damit sogar Landungen bei sehr geringer Sichtweite möglich.
Allerdings benötigen solche Verfahren passende technische Anlagen, entsprechend ausgerüstete Flugzeuge und qualifizierte Besatzungen.
Bei niedriger Sicht können grössere Sicherheitsabstände zwischen Flugzeugen notwendig werden. Dadurch sinkt die Kapazität des Flughafens, obwohl Starts und Landungen weiterhin stattfinden.
Gewitter können den Bodenbetrieb stoppen
Besonders einschneidend sind Gewitter. Neben Turbulenzen und Starkregen stellen Blitze eine Gefahr für Menschen dar, die im Freien arbeiten.
Am Flughafen Zürich kann deshalb ein sogenannter Handling- und Betankungsstopp angeordnet werden.
Während eines solchen Unterbruchs dürfen auf betroffenen Vorfeldbereichen keine Flugzeuge betankt, be- oder entladen werden. Auch das Ein- und Aussteigen auf offenen Standplätzen wird eingeschränkt.
Flugzeuge können sich gleichzeitig weiterhin in der Luft befinden. Gewitterzellen müssen unter Umständen grossräumig umflogen werden.
Selbst ein kurzer Unterbruch am Boden kann zahlreiche weitere Verspätungen auslösen, weil Gepäck, Passagiere und Flugzeuge später als geplant abgefertigt werden.
Schnee und Eis erfordern zusätzliche Arbeit
Im Winter müssen Flughäfen nicht nur die Pisten freihalten. Auch Rollwege, Vorfelder und Abstellpositionen benötigen regelmässige Räumungen.
Hinzu kommt die Flugzeugenteisung. Eis oder Schnee auf Tragflächen kann deren aerodynamische Eigenschaften beeinträchtigen.
Spezialfahrzeuge entfernen deshalb anhaftende Ablagerungen mit geeigneten Enteisungsmitteln. Bei Bedarf folgt eine Schutzbehandlung gegen erneute Vereisung.
Am Flughafen Zürich koordinieren spezialisierte Stellen die Schneeräumung und Flugzeugenteisung gemeinsam mit Fluggesellschaften, Bodenabfertigung und Flugsicherung.
Die Arbeiten laufen teilweise auch nachts. Wie umfangreich der nächtliche Unterhalts- und Winterbetrieb am Flughafen Zürich ist, zeigt sich besonders bei anhaltendem Schneefall.
Starker Wind verändert die Pistenwahl
Flugzeuge starten und landen grundsätzlich bevorzugt gegen den Wind. Zu starker Rückenwind oder ausgeprägter Seitenwind kann dagegen Einschränkungen verursachen.
Am Flughafen Zürich spielen neben der Windstärke auch Windrichtung und Tageszeit eine wichtige Rolle.
Bei Bise kann ein besonderes Betriebskonzept eingesetzt werden. Tagsüber sind dann unter anderem Starts auf Piste 10 und Landungen auf Piste 14 vorgesehen.
Solche Änderungen beeinflussen die Abfolge der Flugbewegungen. Im ungünstigen Fall entstehen Wartezeiten, weil weniger Flugzeuge pro Stunde abgefertigt werden können.
Auch starke Böen und Windscherungen in Bodennähe können dazu führen, dass Piloten einen Anflug abbrechen und erneut ansetzen müssen.
Auch Hitze und Regen haben Auswirkungen
Hohe Temperaturen verringern die Luftdichte. Dadurch können insbesondere schwer beladene Flugzeuge mehr Startstrecke benötigen.
Abhängig von Flugzeugtyp, Startbahn und Wetterbedingungen kann deshalb eine Anpassung des zulässigen Startgewichts erforderlich werden.
Starker Regen beeinträchtigt unter Umständen die Sicht und reduziert die Bremswirkung auf nassen Pisten.
Für den sicheren Betrieb sind deshalb aktuelle Angaben zum Zustand der Start- und Landebahnen besonders wichtig.
Warum sich Verspätungen über Europa ausbreiten
Ein Flugzeug absolviert häufig mehrere Verbindungen pro Tag. Kommt es bereits am Morgen wetterbedingt zu einer Verzögerung, kann diese spätere Flüge beeinflussen.
Auch Besatzungen, Anschlussreisende und verfügbare Standplätze spielen eine Rolle.
Besonders an grossen Drehkreuzen wie Zürich können sich solche Auswirkungen verstärken. Muss ein Flugzeug lange warten oder auf einen anderen Flughafen ausweichen, gerät möglicherweise sein gesamter Tagesplan durcheinander.
Reisende sollten deshalb den aktuellen Flugstatus direkt bei ihrer Fluggesellschaft kontrollieren und bei Unwetterlagen ausreichend Zeit einplanen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert